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Liebe und Dating im digitalen Zeitalter

Kunst­preis
What is love?

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What is Love?

Der Wettbewerb für junge Künstler.

Die Kunsthalle Bremen und das Monopol-Magazin rufen anlässlich der Ausstellung „What is Love? Von Amor bis Tinder“ (7. Juli – 21. Oktober 2018) in der Kunsthalle Bremen einen Wettbewerb aus.

Der Kunstpreis „What is Love? Liebe und Dating im digitalen Zeitalter“ sponsored by Tinder ist jungen Künstlern zugänglich. Künstler werden aufgerufen, ihre Werke aus den Bereichen Arbeit auf Papier, Malerei, Fotografie, Video und Digitale Anwendungen einzureichen. Die Kunstwerke werden von einer Jury bestehend aus renommierten Experten gesichtet.

Ausrichter: Kunsthalle Bremen und Monopol – Magazin für Kunst und Leben

Sponsor: Tinder

Preisgeld:

  • 1. Preis: 3000 €
  • 2. Preis: 2000 €
  • 3. Preis: 1000 €

Bewerbungsfrist: 8. Juli 2018

Der Gewinner (1. Platz) wird zudem in die Ausstellung übernommen

Informationen zum Wettbewerb

Gruppenarbeiten sind willkommen. Jeder Teilnehmer darf jedoch nur eine Arbeit einreichen. Mit der Einsendung erteilt der Künstler/die Künstlerin die Einwilligung, die Arbeiten auszustellen.

Kunsthochschule Bremen

Mit freundlicher Unterstützung von

tinder

What is Love? Von Amor bis Tinder

7. Juli 2018 bis 21. Oktober 2018

Fragen rund um die Liebe beschäftigen uns alle – ein Leben lang. Anhand von etwa 40 Werken aus der Sammlung der Kunsthalle Bremen geht die Ausstellung „What is Love? Von Amor bis Tinder“ zeitlosen Fragen zu Liebe, Partnerschaft, Erotik, Schönheit und Narzissmus nach. Ergänzende Leihgaben befassen sich mit Online-Dating. Von zeitgenössischen Künstlern wird vor allem die App Tinder immer wieder aufgegriffen. Es ist die erste museale Ausstellung, die das Phänomen Online-Dating aufgreift. Die Ausstellung umfasst Werke aus verschiedenen Epochen. Sie zeigen unter anderem glückliche Paare, erotische Szenen und ideale Frauen. Präsentiert werden Gemälde, Skulpturen und Fotografien, beispielsweise von Anselm Feuerbach, Aristide Maillol, Pablo Picasso, Theodor Rehbenitz und Tom Wood. Viele der ausgestellten Werke aus der Bremer Sammlung waren seit Jahrzehnten nicht mehr zu sehen.

What is Love?

die Gewinner

Die Begründung der Jury

Preis: Bettina Kirmair: Warten auf Romeo, 2017

Besonders überzeugt hat die Jury Bettina Kirmairs Arbeit Warten auf Romeo, in der sie den berühmten Balkon aus Shakespeares Romeo und Julia als Plattform für neue unmittelbare Begegnungen inszeniert. Die studierte Bühnen- und Kostümbildnerin transferierte einen schmucklosen modernen Balkon in einen Ausstellungsraum, um von dort aus Besucher zu Grillwurst und Bier einzuladen, und schuf so einen analogen und bestechend erfolgreichen Gegenentwurf zum Online-Dating. Kirmairs Arbeit vereint dabei auf sowohl vielschichtige wie überzeugend simple Weise literarische Referenzen von Shakespeare bis Samuel Beckett („Warten auf Godot“), kunsthistorische Bezüge auf Francisco de Goya und Edouard Manet und ironisiert zugleich die traditionelle Rolle der Frau als passiv Wartende.

Preis: Lore Gold: not too close in distance, 2018

Lore Gold veröffentlicht in der Konzeptarbeit not too close in distance einen Chat zwischen ihr und einem Mann, der sie recht bald nach der Kontaktaufnahme um Geld für seinen angeblich kranken Sohn bittet. Während seine Forderungen immer drängender werden, konkretisiert sich die Vermutung, dass es sich um einen Fall von „Romance-Scamming“ handelt, eine zeitgenössische Form des Heiratsschwindels: mit gefälschten Profilen gaukeln die Scammer beim Online-Dating Verliebtheit vor, um schließlich Geld zu erschleichen. Gold möchte ihrem Chatpartner helfen: sie bietet ihm an, ihm einen Teil des Erlöses ihrer Gemälde zu senden. Jedoch schafft sie es nicht, einen Interessenten dafür zu finden. In not too close in distance erforscht die Künstlerin die komplexe Psychologie von heutigen (Online-)Beziehungen und ihre Parallelen zum Kunstschaffen, insbesondere der Malerei: Wa(h)re Kunst, Wa(h)re Liebe. Dabei überzeugte die Jury besonders, wie humorvoll und zugleich kritisch Gold die Grenze zwischen Kunst und Leben in ihrer Arbeit verwischt. Der Rezipient weiß nie, was Realität und was Fiktion ist.

Preis: Daniel Wrede: Hermann R., 2017

Daniel Wrede verwendet für Hermann R. zwei herkömmliche Kleiderbügel, die er in verschiedenen Variationen ineinander schiebt. Sie ergänzen sich dadurch zu einem neuen zeichenhaften Ganzen, das Wrede als Sinnbild für den Algorithmus von Dating-Apps versteht: als symmetrische Teile einer Einheit scheinen sie wie füreinander gemacht. Durch den Titel verweist der Künstler auf den Rorschach-Test: wie beim Persönlichkeitstest lassen auch die Variationen der Kleiderbügel verschiedene individuelle Assoziationen zu. Wrede überzeugt durch sein souveränes konzeptuelles und minimalistisches Vorgehen, in dem er die schlichten Kleiderbügel in einen völlig neuen Kontext überführt und dabei sowohl gewitzt wie auch gefühlvoll der ästhetischen Qualität des Alltagsobjekts nachspürt.

Besondere Erwähnung: Die Schmidts: I am Human and I need to be loved

Besonders erwähnen möchte die Jury das Video I am Human and I need to be loved der Künstlergruppe Die Schmidts. In der konzeptuell und ästhetisch überzeugenden Arbeit gehen maskierte und dadurch ent-individualisierte Personen den Ritualen der Nacht nach: Chatten mit potentiellen Liebenspartnern, Vorbereiten auf das Ausgehen, der Weg zum Date... Die mehrfache Wiederholung der gleichen Bilder und stetige Beschleunigung des Schnitts lassen die dargestellten Handlungen schließlich bedeutungsleer erscheinen – die Protagonisten wirken gehetzt und eingesperrt in ihrem immer gleichen Tun. Besonders stimmig fand die Jury den klug eingesetzten Sound, der im Zusammenspiel mit dem Visuellen eine eindrückliche Dynamik und Energie freisetzt.

Gallery

EINGEREICHTE WERKE

In dieser Galerie werden fortlaufend alle Arbeiten der Wettbewerbs-Teilnehmer präsentiert.